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MiSpeL: Und schon wieder eine Verzögerung
MiSpeL macht Batteriespeicher endlich wirtschaftlicher, doch die Festlegung verzögert sich. Ein Schaden für Investoren und die Klimaziele.

Die Kürzel werden auch immer absurder. Wir sprechen hier natürlich nicht über die Pflanze, sondern über die Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL). Batteriespeicher und Ladepunkte gelten als Schlüssel der Energiewende, doch bislang bremst eine regulatorische Hürde ihren wirtschaftlichen Betrieb aus. Das sollte sich eigentlich zeitnah ändern, doch die Bundesnetzagentur ließ die Frist verstreichen und kündigt nun Änderungen am Konzept an. Wann Unternehmen, die in erneuerbare Energien investieren, nun also Planungssicherheit erhalten und wirtschaftliche Vorteile nutzen können, steht in den Sternen.
Förderung und Flexibilität passen bisher nicht zusammen
Wer einen Batteriespeicher zu einer geförderten Solaranlage betreibt, darf diesen bisher nur mit dem eigenen Grünstrom laden, um die EEG-Förderung nicht zu gefährden. Netzstrom darf nicht hinzugeführt werden. Als Folge steht der Speicher oft still, statt sein volles Potenzial auszuspielen. Ein marktorientiertes Laden und Entladen ist damit praktisch ausgeschlossen, obwohl das gezielte Einkaufen von günstigem Strom und die Nutzung zu Hochpreiszeiten bzw. der Verkauf erhebliche wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen bedeuten würde.
MiSpeL könnte diesen Konflikt auflösen
Geplant ist, dass ein Speicher zusätzlich Netzstrom beziehen darf, ohne die anteilige EEG-Förderung für den Solaranteil zu verlieren. Aus einer reinen Eigenverbrauchsanlage wird so ein „Multi-Use-Speicher” mit mehreren parallelen Erlösquellen.
Konkret bedeutet das:
Der Speicher nimmt tagsüber Solarstrom auf, trägt so zur Entlastung des Stromnetzes bei und speist ihn später ins Netz ein. Gleichzeitig kann er in Phasen niedriger oder sogar negativer Marktpreise Netzstrom aufnehmen und diesen später gewinnbringend zurückspeisen. Die förderfähigen Strommengen werden dabei sauber abgegrenzt, entweder über eine exakte, viertelstundengenaue Verrechnung oder bei kleineren Anlagen über vereinfachte Pauschalgrenzen.
Bestehende und geplante Speicher werden deutlich rentabler, die Amortisationszeiten sinken, und neue Investitionen werden attraktiver. Gleichzeitig entlasten flexibel gesteuerte Speicher das Stromnetz und helfen dabei, Spitzen aufzufangen.
Auch das E-Auto wird zum Speicher
MiSpeL bezieht sich nicht nur auf stationäre Batterien, sondern ausdrücklich auch auf Ladepunkte und damit auf das bidirektionale Laden (Vehicle-to-Grid). Die Bundesnetzagentur will ein E-Auto, das Strom ins Netz oder ins Gebäude zurückspeist, regulatorisch mit einem stationären Speicher gleichstellen. Für Unternehmen mit Fuhrpark oder Ladeinfrastruktur eröffnet das eine zusätzliche Flexibilitätsquelle. Voraussetzung bleibt allerdings ein intelligentes Messsystem, das bisher noch nicht flächendeckend installiert ist.
Theoretisch gut, und praktisch?
Der theoretische Nutzen ist klar, doch es hapert an der Umsetzung. Eigentlich hätte die Festlegung bis zum 30. Juni 2026 verabschiedet werden und zum 1. Juli 2026 in Kraft treten sollen. Doch nun wird erst mal nachgebessert – nach der Sommerpause. Der Abschluss des Verfahrens ist nun für Ende 2026 anvisiert. Woran liegt es, dass solche Prozesse in Deutschland zu schleppend verlaufen? Wir verpassen eine Chance nach der anderen. Lesen Sie hierzu auch: Das haben wir schon immer so gemacht.
Fazit
Die Marktintegration von Batteriespeichern und Ladepunkten ist längst überfällig. Die Festlegung macht Speicher und Ladepunkte endlich zu dem, was sie sein sollen. Zu flexiblen, wirtschaftlichen Bausteinen der Energiewende. Es ist für Unternehmen, für den Ausbau erneuerbarer Energien und für die Erreichung der Klimaziele wichtig, dass die Bundesnetzagentur jetzt zügig eine praxistaugliche und rechtssichere Fassung vorlegt.
Unternehmen, die in Speicher oder Ladeinfrastruktur investieren wollen, sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, die Chancen von MiSpeL für Ihr Unternehmen zu prüfen und empfehlen geeignete Speicherlösungen.
